Stride verwandelt ein einfaches Smartphone-Video mithilfe von Ultralytics YOLO in eine schnelle Bewegungsanalyse von Pferden direkt auf dem Gerät – ganz ohne Internetzugang oder spezielle Hardware.
Da KI zunehmend die tierärztliche Beurteilung und klinische Entscheidungsfindung unterstützt, steigt der Bedarf an objektiven, leicht zugänglichen Werkzeugen, die sich unter realen Bedingungen vor Ort einsetzen lassen.
Dr. Quentin Pleyers entwickelte Stride, eine iOS-App, die Computer Vision für eine objektive Ganganalyse von Pferden nutzt. So können Tierärzte und Fachleute aus dem Pferdesport Bewegungsasymmetrien direkt anhand einer Videoaufnahme beurteilen. Durch die Integration von Ultralytics YOLO-Modellen ermöglicht Stride, innerhalb von weniger als einer Minute überall objektive Bewegungsdaten von Pferden zu erfassen – ohne Cloud-Verbindung oder spezielle Hardware.
Wissenschaft und Technologie vereinen, um Fachleute aus dem Pferdesport zu unterstützen#
Dr. Quentin Pleyers ist ein auf Pferde spezialisierter Tierarzt in Südschweden. Seine Schwerpunkte sind Sportmedizin, Biomechanik und die objektive Bewegungsanalyse. Er verband seine klinische Erfahrung mit seiner langjährigen Leidenschaft für Softwareentwicklung und entwickelte Stride, um ein Problem zu lösen, mit dem er im Arbeitsalltag immer wieder konfrontiert war.
Dr. Quentin Pleyers entwickelte Stride unabhängig. Das Projekt profitiert inzwischen von wissenschaftlichen und klinischen Kooperationen mit Einrichtungen und Partnern, darunter die Universität Lüttich, das European Center for Horse Studies, die University of Tennessee sowie Partner in Italien und Estland. Diese Kooperationen konzentrieren sich auf Validierungsstudien, klinische Forschung und künftige Anwendungen. Die App selbst wurde von Dr. Quentin Pleyers konzipiert und entwickelt.
Die Herausforderung einer objektiven Lahmheitsbeurteilung vor Ort#
Lahmheit gehört zu den häufigsten und schwierigsten Problemen, mit denen Pferdetierärzte konfrontiert sind. Traditionell beurteilen Tierärzte Lahmheiten mit geschultem Auge. Die Ergebnisse können je nach behandelnder Person variieren, und besonders subtile Lahmheiten oder Lahmheiten an mehreren Beinen sind schwer zu beurteilen.
Objektive Werkzeuge gibt es bereits, darunter Druckmessplatten und IMU-Sensoren. Sie erfordern jedoch häufig spezielle Hardware, kontrollierte Umgebungen und eine zeitaufwendige Datenverarbeitung. Bei vielen Computer-Vision-Systemen müssen große 4K-Videodateien auf entfernte Server hochgeladen werden. Unterwegs kann dieser Vorgang 10 bis 15 Minuten dauern, obwohl die Bandbreite oft begrenzt ist.
Es fehlte ein Werkzeug, das schnell objektive Bewegungsdaten auf einem Gerät bereitstellt, das viele Tierärzte und Fachleute aus dem Pferdesport bereits in der Tasche haben: einem Smartphone.
Schnelle Posenerkennung direkt auf iOS-Geräten mit Ultralytics YOLO#
Um dies zu ermöglichen, entwickelte Dr. Quentin Pleyers Stride. Dabei setzte er Ultralytics YOLO26-Modelle ein, die für die Posenschätzung trainiert, nach Core ML exportiert und nativ auf iOS bereitgestellt wurden. Die App zeichnet ein trabendes Pferd auf, extrahiert in jedem Einzelbild wichtige anatomische Orientierungspunkte und analysiert die vertikale Verschiebung von Punkten wie Kopf, Widerrist und Becken, um Bewegungsasymmetrien zu quantifizieren.

Abb. 1: Bildschirmfoto aus der Stride-App mit einem trabenden Pferd.
Wichtig ist, dass die gesamte Pipeline – von der Videoaufnahme über die Posenerkennung bis zur Signalverarbeitung – lokal auf dem Gerät läuft. Auf einem iPhone 17 Pro führt Stride eine vollständige Ganganalyse in etwa einer Minute durch. Mit einem mittelgroßen Ultralytics YOLO26-Modell dauert die Inferenz ungefähr 10 Millisekunden pro Einzelbild.
Stride wurde mit Tausenden manuell annotierter Pferdebilder trainiert, die eine Vielzahl von Rassen, Fellfarben, Lichtverhältnissen und Hintergründen abdecken. Die Ultralytics Platform vereinfachte den Trainingsprozess. Dr. Quentin Pleyers nutzte sie, um das Modell, das heute die App antreibt, zu entwickeln, wiederholt anzupassen und zu optimieren.
Warum Ultralytics YOLO-Modelle wählen?#
Für Dr. Quentin Pleyers bot Ultralytics YOLO die richtige Balance aus Leistung, Flexibilität und Benutzerfreundlichkeit, um eine Idee vom Prototyp bis zur Produktreife zu bringen.

Abb. 2: Leistungskennzahlen von Stride mit Ultralytics YOLO.
Nach der Untersuchung verschiedener Computer-Vision-Frameworks stellte Dr. Quentin Pleyers fest, dass Ultralytics YOLO-Modelle sowohl die für biomechanische Analysen erforderliche Genauigkeit als auch die nötige Effizienz für einen reibungslosen Betrieb auf Mobilgeräten boten. Der einfache Export nach Core ML und die native Bereitstellung auf iOS waren entscheidend dafür, Stride zu einem vollständig offline nutzbaren Werkzeug für den Einsatz vor Ort zu machen.
Eine objektivere und einheitlichere tierärztliche Versorgung von Pferden unterstützen#
Stride ist nicht dazu gedacht, das klinische Urteilsvermögen eines Tierarztes zu ersetzen – dieser Unterschied ist wichtig. Die App diagnostiziert keine Lahmheit, sondern liefert eine objektive Messung der Asymmetrie in der vertikalen Bewegung eines Pferdes. So erhalten Tierärzte und Fachkräfte im Pferdebereich einen weiteren verlässlichen Datenpunkt, der ihre Gesamtbeurteilung unterstützt.

Abb. 3. Ein Screenshot aus der Stride-iPhone-App, der ein trabendes Pferd zeigt.
Dieser Ansatz hilft Stride, in der Tiermedizin für Pferde Fuß zu fassen, besonders bei jüngeren Tierarztgenerationen, die digitale Werkzeuge problemlos in ihre Arbeitsabläufe integrieren. Durch objektive Daten in Echtzeit auf einem vertrauten Gerät trägt Stride dazu bei, die Schwankungen bei Beurteilungen zu verringern und fundiertere, evidenzbasierte klinische Entscheidungen zu unterstützen.
Die Zukunft der Ganganalyse bei Pferden#
Dr. Quentin Pleyers erweitert Stride nun auf Android. Ziel ist es, Tierärzten, Fachkräften im Pferdebereich, Trainern, Therapeuten, Hufschmieden und Pferdebesitzern weltweit den Zugang zu einer objektiven Analyse der Bewegungen von Pferden zu ermöglichen. Indem Stride Nutzern hilft, Bewegungsasymmetrien möglichst früh zu erkennen, soll die App frühere Eingriffe, eine bessere Nachsorge und die bestmöglichen Standards für das Wohlergehen von Pferden unterstützen. Die fortgesetzte Zusammenarbeit mit akademischen und klinischen Partnern wird Strides Rolle in der Praxis weiter validieren und neue Anwendungsmöglichkeiten für die objektive Bewegungsanalyse in der Pferdemedizin erschließen.
Durch die Verbindung jahrzehntelanger klinischer Erfahrung mit modernster Computer Vision steht Stride für ein neues Kapitel darin, wie Technologie den geschulten Blick erfahrener Tierärzte unterstützen kann, statt ihn zu ersetzen.
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